Der Weg durch die Hölle
In der Kunst ist Liebeskummer seit jeher ein Thema.
Warum nicht in der heutigen Gesellschaft?
Eine Gesellschaft, die sich zum Herrscher über die Natur gemacht hat, will Liebeskummer nicht zulassen. Liebeskummer gilt als unreife Reaktion und daher als Schwäche. Eine Leistungsgesellschaft kann Schwäche nicht tolerieren.
Anders wenn ein Mensch seinen Partner durch Tod oder Scheidung verliert, dann darf man auf Verständnis und Unterstützung hoffen. Dies wird einem Liebenden, der seinen Partner verliert, kaum passieren. Im Gegenteil, oft wird der Schmerz bagatellisiert, ignoriert oder ins Lächerliche gezogen. „Reiß dich doch zusammen!“ „Ist doch nicht so schlimm, du findest jemand anderen.“ Dies bekommen Betroffene zu hören, in einer Phase des tiefen Schmerzes, Verunsicherung und Selbstzweifeln.
- Der Lohn der Qual ist Bereicherung und Reifung
- Welche Bewältigungsstrategien stehen zur Verfügung?
- Wer/was hilft, Trauerarbeit zu leisten, Abschied zu nehmen?
- Welche Chancen kann Liebeskummer eröffnen und welche Kräfte können durch den Schmerz freigesetzt werden?
- Liebeskummer als Weg der Reifung
Schmerzliche Erfahrungen sind ein Weg zu innerer Einsicht und zur Entwicklung der Persönlichkeit. Psychologisch gesehen liegt im Durchleben von Trennungen die Chance, innerlich zu wachsen und zu reifen.
Liebeskummer beinhaltet auch einen Neuanfang, ein Angebot zum Nachdenken über innere Entwicklungsmöglichkeiten.
Interessant ist der unterschiedliche Umgang mit Liebeskummer bei Frauen und Männern.
Man könnte es als das Schweigen der Männer bezeichnen. Wenn Frauen Liebeskummer haben, zeigen sie ihn auch. Männer dagegen trauern still, so das Ergebnis einer Umfrage (Ipsos Institut). 70% der befragten Männer gaben zwar an, von einer Trennung schon mal aus der Bahn geworfen worden zu sein, aber nur 51% ließen es sich gegenüber Freunden anmerken und lediglich 20% gaben zu, hemmungslos gelitten zu haben. Der Rest suchte Trost an der Bar oder bei einer neuen Frau.